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2021 06 02 SallyPerel teaser02.06.2021 - Sally Perel, auch bekannt als „Hitlerjunge Salomon“, wurde am 21. April 1925 in Peine, Niedersachsen in eine jüdische Familie geboren. Er wuchs in der NS-Diktatur auf und überlebte, weil er seine jüdische Identität verheimlichte. Am 17. April 2021 hatten wir – die Gy11b – die Gelegenheit, ein beeindruckendes Online-Gespräch mit dem 96-jährigen Autoren und Zeitzeugen zu führen.


Sally Perel war ein richtiger Hitlerjunge - mit allem, was dazu gehört. Er stimmte allem zu, was man ihm lehrte, alles habe überzeugend und wissenschaftlich geklungen. Und die Rassentrennung wurde mit der Natur begründet. Nur bei einer Sache konnte er nicht derselben Meinung sein - dass man alle Juden vernichten solle. Denn er war selber Jude.
Wir treffen Sally Perel in einem zweistündigen Online-Meeting. Gemeinsam mit unserer Lehrerin Julia Halbach und unserer Schulsozialarbeiterin Steffi Krause dürfen wir mit ihm zurückblicken – auf sein Leben im Nationalsozialismus.
Als Sally acht Jahre alt ist, kommt Hitler an die Macht. „In jeder seiner Reden sprach Hitler: ,Ich strebe zu totaler Ausrottung aller Juden´“, erinnert sich der heute 96-Jährige. In seinem elften Lebensjahr treten dann die Nürnberger Rassengesetze in Kraft. Alle Juden und so auch Sally und seine Familie verlieren von einem auf den anderen Tag ihre Rechte. Zum ersten Mal fühlt sich Sally Perel persönlich betroffen. „Der Jude wurde als Verkörperung des Satans gesehen“, erklärt er uns. An diesem Tag geht er in die Schule und wird nicht reingelassen. Stattdessen erhält er von seinem Schulleiter ein Papier mit seinem Rausschmiss. „Dieses Erlebnis war sehr dramatisch“, erinnert er sich an diesen Tag und das nur, weil er ein Jude sei.

„Du musst leben“

Die Familie flieht nach Polen, lebt dort einige Jahre. Doch dann marschieren die Nationalsozialisten in das Nachbarland ein. Alles geht sehr schnell. Die Eltern entscheiden, ihren nun jugendlichen Sohn in ein Internat zu schicken. Sie selber müssen ins Ghetto umsiedeln. Heute weiß er: „Als sich meine Eltern verabschiedeten, wussten sie, dass der Abschied für immer sein wird.“ Der letzte Wunsch des Vaters war, dass er immer Jude bleiben und an Gott glauben solle. Die letzten Worte der Mutter waren: Du musst leben! Vom Schicksal seiner Eltern und Geschwistern wird Perel erst viele Jahre später erfahren.
Als die deutschen Soldaten auch den Teil Polens erreichen, in dem Sally Perel zur Schule geht und lebt, flieht er abermals – mit vielen anderen Tausenden. Auf einem Feld angekommen, muss er sich in eine lange Schlange einreihen. Ihm bleibt nicht viel Zeit – Leben oder Tod, geht ihm durch den Kopf. Kurzerhand vergräbt er alle Dokumente, die etwas über seine Identität aussagen. Als er von den Deutschen gefragt wird, ob er Jude sei, antwortet er: Ich bin Volksdeutscher.“ Diese Lüge rettet Sallys Leben. Die deutschen Truppen merken nichts und feiern „ihren neuen Freund“. Von nun an lebt er mit dem Namen Josef Perjell. Alle nannten ihn Jupp. Sally sieht das Verheimlichen seiner Religion auch heute nicht als Verrat an. Er musste sich zwischen seiner Mutter und seinem Vater entscheiden, entweder er steht zu seiner Religion oder er stirbt. Er weiß, „wenn dein Leben in Gefahr ist, dann Lüge“.

Lehrt das Christentum denn nicht die Nächstenliebe?

2021 06 02 Sally Perel 2Die vier Jahre, die Sally Perel als Josef Perjell leben musste, fühlten sich wie eine Ewigkeit an. Sally war dazu gezwungen, seine Identität und seine Herkunft zu verheimlichen, um leben zu können. Auch er trägt „Blut und Ehre“-Uniform. Dabei hat Sally jedoch viele Fragen: Warum taten die Deutschen den Juden so ein Leid an, die meisten waren doch christlich getauft? Und lehrt das Christentum denn nicht die Nächstenliebe? Die Hitlerjugend wurde zu Hass erzogen und Hass führe zu Verbrechen, erklärt uns Perel. Dabei hatte Sally eine Grenze, die er sich setzte und nie überschreiten sollte und das war:  Niemals jemanden erschießen.
Tag und Nacht sehnt er sich nach seinen Eltern, die im Ghetto sind. Als er einmal Urlaub hat, reist er nach Lodz in Polen, um seine Eltern zu finden. „Ich setzte mich in eine Straßenbahn und fuhr immer wieder durch das Ghetto.“ Denn aussteigen durfte niemand und einsteigen auch nicht. „Überall lagen Menschen auf der Straße - verhungert und eingefroren, darunter auch viele Leichen“, erinnert er sich. Seine Eltern fand er nicht.

Jude und Nazi, Täter und Opfer

Sally lebte in der Hitlerzeit ständig unter Angst, gab jedoch nie auf und kämpfte für sein Leben. Nur wenige wissen von seiner falschen Identität. Als die Amerikaner kommen, nehmen sie ihn zuerst fest. „Die Hitlerjungen wurden allerdings schnell freigelassen, weil sie keine Schuld am Krieg hatten“, erklärt Perel. Sie hätten einen Vertrag unterzeichnen müssen, um frei zu sein und man musste damit erklären, nicht im Untergrund weiter zu kämpfen. Nach einer Zeit erhielt Sally einen Brief: Sein Bruder hat überlebt. „Dieser Moment war sehr emotional“, erinnert sich der Zeitzeuge. Sie treffen sich in München und gehen später zusammen nach Israel, wo der Bruder eine Vaterrolle für ihn einnimmt.
Bis heute ist Sally Perels Seele gespalten. „Beide Teile meiner Seele sind so verschieden, dass sie bis heute nicht eins werden konnten.“ Er sei Jude und Nazi, Täter und Opfer in einem Körper zugleich gewesen. Auch jetzt stellt er sich ständig die Frage: „Warum wurde ich als Jude geboren?“ Und noch heute setzt sich Sally Perel mit der Nazi-Ideologie auseinander. Sally wurde zu seinem eigenen Feind, liebt aber auch gleichzeitig den Hitlerjungen in sich. Denn dieser gehört zu seiner Vergangenheit.

Einmal im Leben das KZ Auschwitz besuchen

Und noch heute lebt Perel in Israel. Zum Judentum hat er nicht mehr zurückgefunden. Er bezeichnet sich als „freidenkenden Israeli“. 40 Jahre lang schwieg er über seine Vergangenheit. Als er 1985 einen Herzinfarkt erleidet, wird ihm jedoch klar: Er will seine Geschichte aufschreiben. Sein Buch wird veröffentlicht, seine Geschichte verfilmt.
Perel empfiehlt uns und jedem, einmal im Leben das KZ Auschwitz zu besuchen - als menschliche Pflicht. Es ist die Pflicht eines jeden, dass sich diese Geschichte nicht wiederholen solle. Zudem sollten Jugendliche zu kritischem Denken erzogen werden. Jeder soll die Freiheit haben, daran glauben zu dürfen, an was man möchte. Sally Perel zeigt uns mit seinem Erlebnis, dass er stark unter dem Rassenwahn und der Judenverfolgung litt und auch noch heute Folgen davonträgt. Der 96-Jährige verpflichtet uns alle dazu, aus der Geschichte zu lernen, sie zu lehren und nicht zu verleugnen. „Die Hitlerzeit als Lüge zu bezeichnen, ist ein Verbrechen.“ Er hat sich selber verpflichtet - seine Geschichte zu erzählen. Und mit seinen Erfahrungen und schrecklichen Erlebnissen ist Sally Perel wohl der beste Geschichtslehrer.

Anissa Chargui für das Wirtschaftsgymnasium, Gy11b

 

Die Online-Veranstaltung mit dem Zeitzeugen Sally Perel fand im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben“ statt und wurde von der Organisation „Train of Hope“ ermöglicht.

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